Kopf aus dem Sand
von Martin Hein
Branchenkenner sind sich einig: Die Grüne Branche und darin speziell der Blumenfacheinzelhandel stehen mitten in einem Strukturwandel. Nachfolgend sind einige der wesentlichen Aspekte zusammengefasst, die für die Zukunft der Floristen- und auch der Gärtnerbranche entscheidend sind. Ergänzt um ein Plädoyer für mehr Zuversicht.
Einer der entscheidenden Zukunftsaspekte für den Blumenfacheinzelhandel wurde im Sommer von der Branchenzeitung Taspo veröffentlicht. Nach auf Informationen der Unternehmensdatenbank Listfix.de basierende Daten hat sich die Anzahl der stationären Blumengeschäfte von etwa 19.500 (2002) auf 10.600 (2023) quasi halbiert. Mit anderen Worten: Blumengeschäfte gehören heute nicht mehr so selbstverständlich zum Straßenbild wie noch vor 20 Jahren.
Generalisierend lässt sich sagen, dass die Umsätze des Gesamtmarktes mit Blumen und Pflanzen nach dem Corona-Boom wieder das Niveau der Vor-Corona-Zeit (2019) erreicht haben. Allerdings sind durch die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre die Preise gestiegen. Die monetären Umsätze wurden also mit sinkenden Mengen erreicht.
Nicht nur das. Der schon seit Jahren anhaltende Trend, dass anteilmäßig immer mehr Blumen und Pflanzen über den Systemhandel verkauft werden, ist ungebrochen. Dass die Umsätze des Blumenfacheinzelhandels immer noch knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen, liegt an der floristischen Veredelung, die höhere Preise mit sich bringt. Mengenmäßig hat der Systemhandel den Blumenfachhandel, der vielfach im Geschenke-Segment seine Geschäfte macht, längst abgehängt.
Die Massenvermarkter wenden sich daher immer stärker dem Systemhandel zu. In der schon erwähnten Taspo war auf der Titelseite zu lesen (27-2025), dass sich etwa Landgard „dem konzeptionellen Blumenverkauf im LEH“ widmen möchte. Aus nachvollziehbaren Gründen. In LEH-Branchenmedien wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der LEH in der Corona-Zeit gelernt hat: Mit Blumen und Pflanzen lässt sich nicht nur das Frischepotential dokumentieren, sondern auch Geld verdienen.
Durch die der Corona-Pandemie folgenden Inflationswelle ist das Preisbewusstsein der Verbraucher gestiegen. Die Inflation ist wieder auf das von Ökonomen gewünschte Niveau gesunken, die hohen Preise in vielen Produktbereichen sind geblieben. Und somit auch das gewachsene Preisbewusstsein der Konsumenten. Wer für ein Pfund Kaffee 50 Prozent und mehr bezahlen muss als noch vor wenigen Jahren, der spart an anderer Stelle. Blumen und Pflanzen (insbesondere die des Fachhandels) werden so immer mehr zum Luxusprodukt – sie sind schön, aber man braucht sie nicht.
Der stationäre Blumenfacheinzelhandel bekommt nicht nur immer stärkere Konkurrenz durch den Systemhandel, sondern auch aus der eigenen Branche heraus. Es werden immer mehr „Werkstätten“ gegründet, die ohne Ladengeschäft Firmen- und solvente Privatkunden bei vergleichsweise geringeren Kosten (etwa keine oder deutlich geringere Mieten) bedienen. Das für die Floristen lukrative und notwendige Firmengeschäft wandert also in andere Kanäle.
Schwierigkeiten auf Produzentenebene, die auch auf den Blumeneinzelhandel durschlagen, gibt es ebenfalls durch den Klimawandel. Starkregen bis hin zu Unwettern auf der einen Seite, Hitzeperioden und Trockenheit auf der anderen Seite – was früher Ausnahmen waren, ist heute Alltag. Die Verbraucher reagieren sensibel darauf und verzichten bei Extremwetterlagen auf Pflanzen- und Blumenkäufe.
Es gibt auch deutlich Veränderungen in einzelnen Produktsparten. Zugelegt haben im vergangenen Jahr Stauden und auch grüne Zimmerpflanzen, blühende Zimmerpflanzen sinken hingegen schon seit Jahren in der Gunst der Verbraucher. Probleme aufgrund der Nässe in der Produktionsphase gab es bei Blumenzwiebeln. Auch andere Produktesegmente blieben aufgrund der geringeren abverkauften Mengen unter dem Niveau von 2023.
Schnittblumen machen weiterhin rund 35 Prozent des Gesamtmarktes aus. Das Marktsegment ist aber deutlich durch den Import geprägt, der wiederum musste sich mit hohen Transportkosten rumschlagen. Das Angebot klaffte daher im Laufe des Jahres stark auseinander. Gegenüber Monosträußen mit nur einer Blumenart sind Mischsträuße auf dem Vormarsch.
Beet- du Balkonpflanzen liegen weiterhin in etwa auf dem Niveau des Vorpandemiejahres 2019. Allerdings gibt es Verschiebungen hin zu pflegeleichten und hitzeverträglichen Arten, Klassiker verlieren schon seit Jahren an Bedeutung. Bei den Kräutern gingen insbesondere die Discounter in de Offensive, deutlich bemerkbar an immer mehr (Preis-) Aktionen.
Bei Produzentenbefragungen wurde schon 2024 deutlich, dass die die Blumengroßmärkte beliefernden Gartenbaubetriebe in ihrer Mengenplanung vorsichtig waren. Dieser Trend setzte sich in diesem Jahr weiter fort. Kontinuität zeigte ebenfalls die Tendenz im Blumeneinzelhandel, die Öffnungszeiten zu verringern beziehungsweise längere Betriebsferien einzulegen. So manches Blumenfachgeschäft schließt etwa zu Wochenbeginn ein oder zwei Tage. Ein Resultat dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass Blumenautomaten (einer neuen Generation) plötzlich wieder en vogue sind.
Es ließe sich also sagen, dass das Wort „weniger“ die Gegenwart der Grünen Branche prägt. Weniger Blumeneinzelhandelsgeschäfte, weniger Gärtnereien, weniger Produktion, weniger Umsätze, weniger Fachpersonal, weniger Auszubildende, weniger Klimanormalität, weniger Öffnungszeiten, weniger Konsumlaune. Da kann man schon verstehen, dass Andrea Kirchhoff, Verbandsgeschäftsführerin des Blumen- Groß- und Importhandels (BGI), in einem Verbandsmagazin fragt: „Was aber tun, wenn das, was wir Krise nennen, der künftige Normalzustand ist“.
Sie verweist darauf, dass klassische Medien und Social-Media „Krisengefühle verstärken, weil dramatische Darstellungen mehr Likes und höhere Einschaltquoten erzielen als maßvolle Formulierungen“. Wobei die in der Romantik weiterhin verhafteten Deutschen sehr empfänglich sind für die dunklen Seiten des Lebens. Nicht zufällig hat sich neben dem Wort Kindergarten der ur-deutsche Begriff Weltschmerz, an dem schon der frühromantische Dichter Novalis (1772-1801) litt, in der englischen Sprache eingebürgert. Andrea Kirchhoff schreibt mit Blick auf internationale Experten: „Eine diffuse Furcht und das Leiden an der Welt sollen als typisch deutsche Eigenschaft auch negativen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft haben“. Wenn der überlieferte Spruch von Ludwig Ehrhardt noch stimmt, dass Ökonomie zur Hälfte Psychologie ist – muss dann ein ganzes Volk therapiert werden?
Nach wie vor gilt aber, was Floristen schon vor Generationen beteuerten: „Wir arbeiten mit dem schönsten Produkt der Welt“. Richtig, Blumen waren wohl der erste Schmuck, den die Menschheit erfand, man darf bis heute ohne großes Risiko behaupten: Blumen mag jeder. Daher werden Blumen auch in Zukunft verkauft – es fragt sich nur, von wem?
Heute geht es nicht mehr um die eine oder andere gute oder schlechte Saison. Die Grüne Branche und darin insbesondere der Blumenfacheinzelhandel stecken in einer Strukturkrise. Krisen lassen sich aber nur bewältigen, wenn man den Kopf aus dem Sand zieht. Wer mit dem „schönsten Produkt der Welt“ arbeitet, der ist geradezu geschaffen dafür, Zuversicht zu verbreiten. Eine Optimismus-Offensive ist gefragt. In den Kundengesprächen - die nur der Blumeneinzelhandel, nicht der Systemhandel führt – sollte vermehrt gute Laune verbreitet werden. Der Soziologe Sergio Buarque de Holanda hat einmal über seine Landsleute gesagt: „Der Beitrag Brasiliens zur Zivilisation wird die Herzlichkeit sein“. Heute brauchen wir Floristinnen und Floristen, die sagen: „Der Beitrag der Grünen Branche zur Krisenbewältigung sollte die Zuversicht sein“.
Gregor Lersch life
von Martin Hein
Er hat wie kaum ein anderer die europäische Floristik geprägt, zahlreiche Gestaltungsinnovationen gehen auf ihn zurück, mehr als 25 Bücher hat er weltweit publiziert, in über 60 Ländern war er tätig, die Mitarbeit in seinem Fachgeschäft galt unter Floristen als Ritterschlag. Nun ist Gregor Lersch endlich einmal wieder auf einer deutschen Bühne zu erleben.
Es ist eine Veranstaltungsidee von bundesweiter Relevanz und eine der ganz seltenen Gelegenheiten, in Deutschland einen „Jahrhundertfloristen“ erleben zu dürfen. Gregor Lersch wird am 19. und 20. Oktober im Hofgut Heidesheim in Obrigheim (Nähe Mannheim), wie er sagt „im tiefgründigen Kulturraum Pfalz“, zu einer Floristikpräsentation und, am zweiten Tag, zu einem Seminar erwartet. Der international angesehenste und einflussreichste Floral-Gestalter aus Deutschland ist wie schon seit Jahrzehnten auch heute noch auf den Floristik-Bühnen in aller Welt präsent. In seinem Heimatland hat er sich aber eher rar gemacht. Die Veranstaltung unter dem Motto “Florales aus Profession und Kultur““ ist also eine seltene Gelegenheit, den Floral-Gestalter zu erleben.
Veranstaltungsort ist das Hofgut Heidesheim in Obrigheim. Ein Landgut mit einer über 200jährigen Geschichte, das nach umfangreicher Restaurierung seit 2019 als Event-Location genutzt wird. Entstanden ist ein ebenso edles wie romantisches Ambiente, wie geschaffen für Floral-Gestaltungen von höchstem Anspruch. Das kulinarische Umfeld entspricht diesem Niveau. Die Getränke kommen vom Weingut Kolb aus Kirchheim an der Weinstraße, das Catering hat Holger Jacobs, einst Küchendirektor von Johann Lafer, Stromburg, übernommen.
Das Floral-Event ist eine Initiative aus der Branche für die Branche. Veranstalterinnen sind Jasmin Centner (Meisterschülerin von Ursula Wegener) und Kirsten Faber, beide haben vor genau einem Vierteljahrhundert bei Gregor Lersch in Bad Neuenahr gearbeitet. Nach unterschiedlichen Berufswegen führen sie seit vier Jahren gemeinsam den „Werkraum für Blumengestaltung“ (Ladengeschäft, Eventlocation, Seminarraum) in Weisenheim am Berg.
Einem breiteren Publikum wurde Jasmin Centner durch ihre TV-Präsenz bekannt, zunächst über die WDR-Sendung „Daheim und unterwegs“, später und bis heute bei der beliebten SWR-Service-Sendung „Kaffee oder Tee“. Ihre Kollegin Kirsten Faber bezeichnet Gregor Lersch unter anderem als „erfahrene Floristin, die moderne und tradierte Sujets bedient und immer nahe am floristikliebenden Publikum“ ist.
Jasmin Centner und Kirsten Faber werden auch selbst auf der Bühne stehen und ihre Interpretationen zu zeitgemäßer Herbstfloristik präsentieren. So werden „in diesem Gemeinschaftsprojekt automatisch Schnittstellen entstehen, die die Präsentation zusätzlich spannend werden lassen“, meint Jasmin Centner.
Für beide Veranstalterinnen ist der Floral-Event mit Gregor Lersch eine Herzensangelegenheit, eine Hommage an eine charismatische Persönlichkeit. Gregor Lersch selbst verspricht für das Floral-Event in der Pfalz „eine Floristik ohne Übertreibungen und Überhöhen zur Kunst, jedoch mit viel handwerklichem Anspruch“. Er möchte „sehenswerte neue Tendenzen in der Floristik darstellen und benennen“, er spricht von „Displacements“, also von Verschiebungen mit „vielen spannenden Asymmetrien“ und vom „Linking“, von Verbindungen, der Veranschaulichung von Zusammenhägen.
Es ist sicher nicht notwendig, in einer Fachpublikation näher auf Gregor Lersch und seine Bedeutung für die Floristik einzugehen. Erwähnen sollte man aber schon, dass das Ehepaar Lersch neben der Etablierung innovativer Gestaltungsideen auch unendlich vielen Floristinnen und Floristen den Weg geebnet hat. Vor 25 Jahren, als Jasmin Centner und Kirsten Faber in Bad Neuenahr beschäftig waren, bestand das Lersch-Team aus über einem Dutzend junger Talente, darunter heutige Top-Gestalter wie Britta Ohlrogge, Steffen Teuscher oder Daniel Santamaria.
Jasmin Centner möchte mit dem Event im Hofgut Heidesheim „unser Fachpublikum und auch Blumenliebhaber aus der Kunst- und Kulturszene zusammenbringen“. Diesen werden, so Gregor Lersch, Gestaltungen „nur aus Pflanzlichem“ nähergebracht, „Bouquet goes Interieur“, erfindet er ein Schlagwort für die Veranstaltung, ausgelotet werden mit Blick auf Sträuße die „Chancen für die Erneuerung einer der Ursprungsfiguren des Floristischen in vielen Kulturen“ der Welt.
Die Floristik-Präsentation am 19. 10. 2025 ist auf 150 Gäste begrenzt, das Seminar am Folgetag auf 60 Teilnehmer. Karten können über die Web-Site www.jamincentner.de erworben werden.
Früchte und Beeren in der Herbstfloristik
von Therese Backhaus-Cysyk
Im Herbst bekommen Früchte und Beeren in der Floristik eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Ob im Strauß, Gesteck oder Kranz - mit ihrem farbenprächtigen Aussehen verhelfen diese Zweige zu einem besonderen, langanhaltenden Auftritt. Dabei bieten Stauden oder Gehölze eine breite Auswahl, die von Hagebutten, Sanddorn und Eberesche bis hin zu Efeubeeren und Johanniskraut reicht. Beeren und Früchte können so die Blüten kurze Zeit auf Platz Zwei verdrängen, ohne die Natürlichkeit des Werkstückes zu mindern.
Eine Auswahl an Früchten und Beeren:
Brombeeren stammen aus der umfangreichen Pflanzengattung Rubus, die weltweit stark verbreitet ist und zur Familie der Rosaceae gehört. Die Sammelsteinfrüchte reifen von Mitte Juli bis in den Oktober, sind aber nicht nur mit ihren blauschwarzen Früchten von Interesse. Auch Zweige mit grünen oder roten Früchten lassen sich sehr gut in der Floristik verwenden. Da es sich um Spreizklimmer (Kletterpflanze) handelt, können die Zweige nicht nur in kurzgebundenen Sträußen sondern auch in großen raumfüllenden Gestecken in entsprechender Länge verwendet werden.
Bei Hagebutten handelt es sich um Früchte verschiedenster Rosenarten, die je nach Rosenart auch verschieden in der Form sein können und entsprechend in verschiedenen Zweiglängen erhältlich sind. Einige Hagebutten reifen bereits im September aus, das große Angebot am Markt liegt im Oktober und November und umfasst orangefarbene bis rote Sammelnussfrüchte. Floristen legen lange Hagebuttenzweige vielfach zu einem Kranz zusammen und binden darin einen Strauß mit Blüten und weiteren Beeren und Früchten.
Orangefarben bis orange-gelb sind auch die dicht an den Zweigen sitzenden Früchte des Sanddorns (Hippophae), der zur Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae) zählt. Von August bis Dezember sind die beerenartigen Scheinfrüchte, die eigentlich keine typischen Beeren sind, weil sie fest an den Trieben hängen, als Schmuck verwendbar.
Anders dagegen bei der Eberesche (Sorbus aucuparia), die zwar auch orangefarbene Früchte bildet, die aber in dichten „Büscheln“ am Zweig sitzen. Die sogenannten Apfelfrüchte haben noch Kelchzipfel und lassen sich ab September in der Floristik einsetzen.
Ganz dunkel wird es bei den Beeren von Efeu (Hedera helix), die nach der Blütezeit (September/Oktober) blauschwarz heranreifen. Es handelt sich hierbei um Steinfrüchte in dichten kugeligen Büscheln.
Dank vieler verschiedener Sorten bietet das bekannte Johanniskraut (Hypericum) mittlerweile verschiedenste glänzende Beerenstiele von Weiß und Creme, über Orange und Rot bis hin zu Grüntönen. Ab August werden die Stiele aus der Familie der Hypericaceae angeboten und sind nicht nur frisch sondern auch getrocknet ein beliebtes „Dekorationselement“.
Frisch oder getrocknet – das gilt auch für die Lampionblume (Physalis alkekengi). Die Stiele mit den von hellem Grün bis leuchtend Orange färbenden Früchten lassen sich direkt komplett in der floristischen Dekoration einsetzen, oder es werden die Einzelfrüchte geklebt, gedrahtet oder aufgefädelt. Den herbstlichen Dekoideen sind kaum Grenzen gesetzt.
Zier-Apfel (Malus), sind klein oftmals rund und in den Farben, Gelb, Grün, Rot und Orange auf dem Blumengroßmarkt erhältlich. Auch die kleinen Äpfelchen werden an Zweigen vermarktet und dekoriert, oder lassen sich lose, einzeln auffädeln sowie auf Draht reihen. In Kombination mit Moos und Laub entstehen herbstliche Dekorationen.
Herbstliche Highlights für Garten und Balkonien
von Therese Backhaus-Cysyk
Herbstliche Blütenpracht lädt ein, an sonnigen Spätsommertagen Balkon und Garten noch einmal ausgiebig zu genießen. Neben Solitärs und uniformen Bepflanzungen sind vor allem Pflanzenarrangements in Kombination mit Blattschmuck- und Blühpflanzen ein Hingucker. Im Blumengroßmarkt werden neben Klassikern bewährte Neuheiten angeboten, die den Abschied vom Sommer verschönern.
Zu den Klassikern im Herbst zählt die Besenheide (Calluna vulgaris), die ab August bis in den späten Winter aus vielen Bepflanzungen nicht mehr wegzudenken ist. Die Züchter haben in den vergangenen Jahrzehnten bei den Knospenblühern eine breite Farbskala von Weiß, Rosa-Rottönen bis hin zu dunklem Lila geschaffen, die zudem viele Farbnuancen beinhalten. Beim Laub werden alle Grüntöne bis zu Graugrün/Silber, sogar orangefarben oder gelbgrün oder fast schwarz erscheinende Blätter angeboten.
Alpenveilchen (Cyclamen) sind vor allem dank vieler neuer pflegeleichter Sorten, die sich auch im Freien bewähren, in der Herbstbepflanzung unverzichtbar. Mit ihren leuchtenden Blüten lassen sie sich etwa mit Stacheldraht (Calocephalus brownii) und vielen anderen Blattschmuckstauden sehr gut kombinieren.
Chrysanthemen zählen seit jeher zu den Herbstblühern, die längst das Image der „Friedhofspflanze“ abgelegt haben. Kübelbepflanzungen mit „Garden Mums“ gefallen als Solitärs, kleine Herbstaster-Sorten lassen sich dank riesiger Farben- und Formenvielfalt sehr gut in Schalen, Kübeln und Kästen kombinieren.
Farbenvielfalt bringen winterharte Viola-Sorten (Stiefmütterchen und Hornveilchen), die zu den Klassikern zählen, und auch in den Herbst- und Wintermonaten unkompliziert für den Kunden zu pflegen sind.
Bei einem Ausflug in den Gemüsebereich lässt sich mit dem Zierkohl (Brassica oleracea) ein interessanter Herbstblüher „aufspüren“. Von Gelb oder Cremeweiß und Rosa, über Pink bis Violett hinzu Rot, sticht das Innere der bekannten Blattrosette hervor und bildet einen sehr schönen Kontrast zu den dunkel- bis blau-/violettgrünen Blättern.
Ein attraktives Erscheinungsbild kombiniert mit lang anhaltenden und späten Blüten sowie einer sehr robusten, pflegeleichten Kultur bieten Topfnelken (Dianthus). Das Sortiment ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und lässt sich sehr gut mit Stauden, Gräsern und Kräutern kombinieren.
Beim Purpurglöckchen (Heuchera) scheint die Sortimentspalette unerschöpflich. Besonders jetzt im Herbst bekommen die unterschiedlichsten Blattformen und -farben besondere Aufmerksamkeit. Je nach Sorte setzten sie mit ihrem Laub und weniger mit ihren unscheinbaren Blüten Akzente. Wobei diese noch in diesen Monaten Insekten Nahrung bieten können. Von Goldgelb bis dunkelgrün, von grün-weiß panaschiert bis Weinrot reicht die Auswahl.
Auch Kräuter überraschen im Herbst noch einmal mit einem interessanten Auftritt. Besonders robuster Blattschmuck wie etwa bei vielen Salbei-Arten (Salvia officinalis) bieten sich zur Kombination etwa mit Blattschmuck-Stauden wie Heuchera, Gräsern und robusten Sedum-Arten an.
Bereits zu den Klassikern zählt die Mühlenbeckie (Muehlenbeckia axillaris) bei der ihre filigranen, dunklen Triebe zuerst auffallen. Das zwergig wachsende Knöterichgewächs wächst teils kriechend, teils aufrecht und eignet sich somit sehr gut für Kästen und Kübel. Aus Duo- und Trio-Pflanzungen ist die robuste Mühlenbeckie im Herbstsortiment kaum mehr wegzudenken.
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Kunden-Tipp:
Weil die Pflanzen im Herbst nur noch wenig wachsen, sollten Kunden sie dichter pflanzen als im Frühjahr in der Beet- und Balkonzeit. Wichtig ist ein gutes Pflanzsubstrat, das luftdurchlässig ist. Überschüssiges Gießwasser sollte stets gut abfließen können, damit es nicht zur Staunässe kommt. Allerdings sollten kühlere Temperaturen und Regenschauern nicht davor abhalten, das Gießen komplett einzustellen. Wer Verblühtes regelmäßig ausschneidet, wodurch die Pflanzen zur Knospenbildung angeregt werden, wird lange Freude an seiner herbstlichen Bepflanzung haben.



















