Frühling 2025

Ich bin von HIER!

Als Floral-Designer geerdet

von Martin Hein

Mit dem in Bayern geborenen Josef Dirr hat im vergangenen Jahr für Baden-Württemberg ein Floristik-Meister die Deutsche Meisterschaft der Floristen gewonnen, der sich durch ausgeprägte Wanderjahre einen enormen Erfahrungsschatz erarbeitet hat. Nachfolgend das kurze Portrait eines Titelträgers, der einen klarsichtigen Blick auf die Floristen-Branche hat.

Betrachtet man den (beruflichen) Lebensweg von Josef Dirr, so fällt sofort die breite Berufserfahrung auf. Dillingen, Günzburg, Berlin und Stuttgart waren Stationen seiner floristischen Wanderjahre – und in Stuttgart und Umgebung waren es zudem mehrere Arbeitgeber. Jede neue Arbeitsstelle hat natürlich seinen Erfahrungsschatz bereichert und im Gespräch wird schnell deutlich, dass der aktuelle Deutsche Meister der Floristen eine unromantische Sichtweise auf den Berufsstand der Floristen und dessen Perspektiven hat.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Kundenorientiertheit seines Denkens. Es geht beispielsweise weniger darum, ob ihm persönlich etwa die reduzierte skandinavische oder als Gegensatz dazu die barocke französische Floristik nahesteht. Seine persönlichen Vorlieben nimmt Josef Dirr zurück, er blickt mit den Augen der Kunden. Für ihn hat Floristik eine wichtige regionale Komponente: „Floristik ist in Süddeutschland anders als in Norddeutschland, in der Innenstadt anders als in den Randgebieten“. So etwas sagt man nur, wenn man auch persönlich diese Unterschiede erfahren und die richtigen Schlüsse daraus gezogen hat. Denn der Köder muss bekanntlich dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.

Wenn Josef Dirr von persönlichen Vorlieben in der Floristik spricht, dann bezieht er sich auf Akteure, „die nicht so viel Non-Florales verarbeiten“. Wobei er zugleich pragmatisch denkt. Trockenmaterialien haben etwa ihre Berechtigung „als Teil von Lösungen, bei denen es nicht anders geht“. Und doch stehen Blumen, deren erste positive Erinnerungen aus dem elterlichen Garten seiner Kindheit stammen, im Zentrum. Möglicherweise ist dieses Primat der Blumen auch einer der Einflüsse von Franz Josef Wein, den er im Gespräch mehrfach erwähnt und bei dem er 2016/17 die Meisterschule absolvierte.

Den Blick der Kunden wird Josef Dirr sicher auch bei dem Stuttgarter Unternehmen Merz und Benzing inhaliert haben. Das Unternehmen mit Sitz in der Stuttgarter Markthalle offeriert ein Portfolio rund ums Wohnen, „von Bettwäsche bis Blumen“, wie Josef Dirr es umschreibt. Immerhin zehn Jahre hat er dort das Blumen-Angebot betreut und arbeitete mit zwei Kollegen zusammen, die ihm das Segment der Wohnausstattung nähergebracht haben. Seit 2023 arbeitet er bei Blumen Koch (Filderstadt), wo es ihm „sehr gut gefällt“.

Schon 2015 hat Josef Dir an der Silbernen Rose in Baden-Württemberg teilgenommen. Er belegte hinter Sarah Hasenhüdl, der späteren Vizemeisterin der deutschen Floristen, den 2. Platz. Beim nächsten Anlauf war es dann der 1. Platz – was ihn zur deutschen Meisterschaft nach Berlin brachte, wo er den Titel gewann. Im Rückblick spricht er von „einer spannenden, intensiven Zeit“, zur Seite standen ihm als „Assistenten“ und Ratgeber Martina Gremer und Michael Liebrich.

Mit einigen Monaten Abstand stellt sich natürlich die Frage: Wird der Gewinn der Deutschen Meisterschat der Floristen nachhaltige Auswirkungen auf seinen beruflichen Werdegang haben? Erste Einladungen kamen unmittelbar nach der Meisterschaft. Von Fleurop wurde er zur Teilnahme an einer „Produktentwicklung“ eingeladen, bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war ein Auftritt auf der IPM im Gespräch, eine Messe für Auszubildende (Leipzig) hatte sich gemeldet und der BGM Köln lud Josef Dirr zur Jubiläumsausgabe des „Kölner Frühling“ (16. März) ein. Wie nachhaltig sich der Titelgewinn in den nächsten Jahren auswirken wird, ist nicht abtzusehen. Sicher ist nur: Die Erfahrungen, die Josef Dirr im Zusammenhang mit der Veranstaltung gemacht hat, kann ihm keiner mehr nehmen – und den Titel Deutscher Meister der Floristen 2024 auch nicht.

Mit einem zwiespältigen Gefühl betrachtet Josef Dirr die Presseresonanz auf seinen Titelgewinn. Die floristische Fachpresse habe „schnell reagiert“ – was nicht verwunderlich ist, schließlich ging es um die wichtigste Veranstaltung der Floristen-Branche. Auch Zeitungen aus seiner bayerischen Heimat haben dem Ereignis entsprechend schnell berichtet. Die Reaktion der Presse in Baden-Württemberg nennt er hingegen „verheerend“. Er berichtet, dass eine Zeitung nach einem ausführlichen Gespräch mit ihm im ersten Absatz des dann veröffentlichten Beitrags über die Meisterschaft berichtet hat, die dann folgenden Passagen sich aber ausschließlich um die Nachwuchsfrage drehten.

Die Frage muss gestellt werden: Liegt die dürftige Resonanz an der Presse, die der Floristik generell keinen Stellenwert einräumt? Oder liegt es an einer mangelnden Nachbereitung, durch die die Presse nicht ausreichend mit Material versorgt wurde? Wie auch immer, es handelt sich nicht um einen Zufall, dass die Resonanz so schwach war. Auch der Gewinn der Floristen-Weltmeisterschaft durch Nicolaus Peters (im Jahr 2023) ist von den Publikumsmedien kaum wahrgenommen worden.

Wie wird es nun beruflich weitergehen mit Josef Dirr, hat er konkrete Pläne? Dezidierte Planungen bestehen eher nicht, sein aktuelles Arbeitsumfeld macht ihn sehr zufrieden. Und die Selbstständigkeit, will er nicht auf Basis seines enormen Erfahrungsschatzes und seiner ausgeprägten Kundenorientierung diesen Schritt wagen? Josef Dirr hält diese Entscheidung für „schwierig“, allein schon, weil „bei den Standorten, die mir gefallen würden, die Mieten zu hoch sind“. Er glaubt zudem, dass sich als selbstständiger Geschäftsinhaber „das Arbeitspensum so erhöht, dass es allein kaum zu bewältigen ist“. Solch ein Schritt sei „zu zweit besser zu realisieren als allein“, ist er überzeugt. Doch dann müssten auch alle Faktoren stimmen: ein ähnlicher Geschmack, die Grundideen der Geschäftsführung, die Aspekte der Empathie. „Es gibt nicht so viele, die ähnlich ticken wie ich“.

Nicht nur die Werkstücke der Deutschen Meisterschaft der Floristen zeigen, dass Josef Dirr ein fantasievoller Gestalter ist, bei dem die Blumen und nicht non-florale Elemente an erster Stelle stehen. Wie jeder kreative Mensch hat er sicher auch eine Ader dafür, sich selbst zu verwirklichen. Doch im beruflichen Alltag steht dies anscheinend nicht im Vordergrund – die Zufriedenheit der Kunden ist das wichtigste Kriterium. In diesem Sinne ist Josef Dirr als Floral-Designer geerdet. Und genau solche Führungspersönlichkeiten tun der Floristen-Branche in schwierigen Zeiten gut.

Qualitätsmerkmale ansprechen

von Martin Hein

Schon im vergangenen Jahr musste an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass aufgrund der schlechten Blumenzwiebel-Ernte in den Niederlanden die deutschen Produzenten nicht in allen Fällen die gewünschten Mengen, Größen und Sorten erhalten konnten. Es war von einer „historisch schlechten Ernte“ die Rede. Mit Blick auf die diesjährige Saison hat sich die Situation noch einmal verschärft.

Schon im Sommer 2024 wurden die deutschen Produzenten von ihren Blumenzwiebel-Lieferanten darauf hingewiesen, dass die Angebotsverkleinerung noch größer sein würde als in der Saison zuvor. Auf den niederländischen „Tulip Trade Events“ – dort treffen sich jeweils im März die wichtigsten Lieferanten und Fachbesucher aus aller Welt – war von einer geringeren Erntemenge von bis zu 25 Prozent die Rede.

Der Grund für diese Situation war das schlechte Wetter, der viele Regen. Von Oktober 2023 bis in den Sommer 2024 hat es in Mitteleuropa so ausgiebig geregnet wie nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Oktober 2023 wurden aber die Blumenzwiebeln gepflanzt, die im Herbst 2024 an die Erzeuger geliefert und in diesem Frühjahr in den Blumenläden verkauft werden. Das ganze erste Halbjahr 2024 war bekanntlich mit Ausnahme des Frühjahrs durch die Witterungsverhältnisse geprägt, insbesondere die Beet- und Balkonsaison mit dem Hauptumsatzmonat Mai fiel sprichwörtlich ins Wasser.

Bei einer Angebotsverkleinerung von rund einem Viertel kam es im vergangenen Herbst also für die deutschen Erzeuger darauf an, bei den Blumenzwiebeln möglichst die gewünschten Mengen, Sorten und Größen zu erhalten. Da die Nachfrage größer war als das Angebot spielte natürlich ein vertrauensvoller und möglichst langjähriger Kontakt zu den niederländischen Lieferanten eine Rolle. Diese gewachsenen Geschäftsbeziehungen sind bei den meisten der die Blumengroßmärkte beliefernden Erzeuger, in der Regel Familienbetriebe, gegeben.

Allerdings gehört es auch zum betriebswirtschaftlichen „Einmaleins“, dass eine kleinere Angebotsmenge bei gleichbleibender Nachfrage Auswirkungen auf den Preis hat. Hinzu kommt, dass die Kosten (etwa Transport und Lagerung) für die niederländischen Blumenzwiebelhändler ebenfalls gestiegen sind. Schon im vergangenen Jahr gab es daher moderate Preiserhöhungen, die auch für dieses Jahr nicht ausgeschlossen wurden.

Für den Blumenfacheinzelhandel, die Hauptkundengruppe der Blumengroßmärkte, geht es aber nicht nur um den Preis – die Qualität ist entscheidend. Die deutschen Erzeuger versuchen immer, die besten Zwiebel-Qualitäten zu erhalten, möglichst „12er plus“. Das garantiert dickere Stiele, was dann wiederum Auswirkungen auf die Haltbarkeit hat.

Der Systemhandel pflegt andere Präferenzen. Je dicker die Stiele, desto höher das Gewicht – also auch höhere Transportkosten. Da diese eine zunehmend größere Rolle spielen, haben die Tulpen (und andere Frühlingsblüher) im LEH vergleichsweise dünnere Stiele. Diesen Qualitätsunterschied sollte der Blumenfacheinzelhandel noch intensiver als in der Vergangenheit gegenüber den Verbrauchern kommunizieren.

Zur Qualitätsfrage, die eindeutig zu Gunsten des Blumenfacheinzelhandels ausfällt, gehören noch andere Aspekte. Die Erzeuger der Blumengroßmärkte bringen ihre Produkte knackfrisch in die Vermarktung: heute geschnitten, morgen im Blumengeschäft! Ähnliches gilt ebenfalls für die Topfanbieter von Frühlingsblühern - die bekanntlich typische Produkte für Impulskäufe sind. Daher sollten Tulpen & Co. schon etwas Farbe zeigen aber noch nicht weit aufgeblüht sein. Diese Qualitätsmerkmal leisten die regionalen Anbieter, sie bringen das auf den Markt, was genau das richtige Wachstumsstadium hat.

Der Systemhandel kann das nicht leisten. Neben den Farben und Preisen werden auch die Lieferwochen schon lange vor dem Verkauf festgelegt. Die Produzenten müssen sich daranhalten, egal wie die Wachstumsbedingungen sind. Hinzu kommt, dass das Blumen- und Pflanzenangebot im LEH gleich hinter dem Eingangsbereich präsentiert wird, es soll für die Konsumenten ja Frische symbolisieren. In den Eingangsbereichen ist es aber in der Regel sehr windig und oft kalt, wahrlich nicht ideal für Frühlingsblüher.

Es bietet sich also an, die Qualitätsvorteile der eigenen Produkte weiterzugeben, etwa durch Auszeichnung, im Verkaufsgespräch und ebenfalls in der Social-Media-Kommunikation. Bedenken sollte man: Den Konsumenten sind diese Qualitätsunterschiede nicht bewusst, für sie ist Tulpe gleich Tulpe. Die Verbraucher sind es aber gewohnt, für bessere Qualitäten auch höhere Preise bezahlen zu müssen, sie akzeptieren diese Regel ohne Murren.

Bleibt die Frage: Welche Farben und welche Sorten werden in diesem Jahr das Rennen machen. Auf den „Tulip Trade Events“ wurden mit Blick auf den internationalen Markt ein Softpink und auch Weiß genannt. In Europa hätten klare Farben wie Rot und Weiß einen hohen Stellenwert. Deutsche Kunden würden vermehrt auf Orange setzen. Fragt man bei deutschen Produzenten der Blumengroßmärkte nach, wird die Präferenz Orange bestätigt – neben der Farbe Lila, die schon in den vergangenen Jahren gut lief.

Regional orientierte Tulpenerzeuger haben nicht selten über die Saison gesehen 100 und mehr Sorten/Farben im Programm. Auch diese Vielfalt ist ein Unterschied zum Systemhandel. Papageientulpen, gefüllte oder gefranste Sorten und bei Topfpflanzen Wildtulpen werden weiterhin eine Domäne des Blumenfacheinzelhandels bleiben. Gewachsene Tradition prägen die Nachfrage. Rot war zu Weihnachten und wird zum Valentinstag präferiert, Gelb bleibt die typische Osterfarbe, bunte Mischungen sind vor allem in den ersten Wochen des Jahres beliebt, wenn die Natur vor der Tür noch nicht erwacht ist.

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Sparen – ohne Qualitätsabstriche 

Die Sparmaßnahmen vieler Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln gingen zu Lasten von Markenartikeln und zu Gunsten der Eigenmarken. Die LEH-Ketten haben darauf reagiert und das Angebot von Eigenmarken massiv erhöht und beworben. Das hat auch etwas mit einem Umdenken der Konsumenten zu tun. Wurden die „No name“ Produkte einst als qualitativ minderwertig angesehen, gelten sie heute den Markenartikeln als gleichwertig. Es hat also keine Abstriche an den Qualitätsansprüchen gegeben, sondern der gesunde Menschenverstand hat gesiegt. Zumal lange bekannt ist, dass nicht selten die Produzenten von Markenartikeln und Eigenmarken identisch sind.

Frühlingsboten kombiniert mit blühenden Zweigen

von Therese Backhaus-Cysyk

Oftmals werden sie als „Background-Stiele“ bezeichnet, doch blühende Gehölze können besonders im Frühjahr im Strauß oder Gesteck besondere Akzente setzen und sind für viele Floristen unverzichtbar. Auf dem Blumengroßmarkt werden die Gehölzstiele bei dekorativen Exemplaren etwa Magnolien oft als Einzelstiele angeboten. Bei Obstgehölzen wie Kirsche, Apfel & Co. steht Bundware zur Mitnahme bereit. Eine kleine Auswahl an Möglichkeiten:

Magnolie (Magnolia): Besonders die pink-weiße Tulpen-Magnolie ist ein gefragtes Gehölz für dekorative Frühlingswerkstücke. Magnolien wachsen als Baum oder Strauch und zählen zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde. Je nach Art und Sorte wachsen sie breit aufrecht oder sehr ausladend und bilden lichte, lockere verzweigte Kronen. Aufgrund ihres langsamen Wuchses und den locker und teils bizarren Zweigformen sind sie in der Floristik sehr beliebt und haben als Einzelstiele ihren Preis. Interessant ist ihre Rinde, die meist hellgrau bis braun ist und an den einjährigen Trieben sichtbare, helle Lentizellen (kleine, rundliche oder längliche Ausstülpungen) zeigen. Neben kleinen bis großen, weiß über weiß-pink und pink bis gelbe Blüten sind die Laubblätter groß, verkehrt-eiförmig bis breit-oval, spielen aber in der Floristik keine Rolle. Magnolien haben ein empfindliches Wurzelwerk und bevorzugen humus- und nährstoffreiche, sehr lockere Erde mit möglichst gleichmäßiger Feuchtigkeit. Bei anhaltender Trockenheit bekommen sie schnell gelbe Blätter und stellen das Wachstum ein. Der Standort sollte möglichst sonnig und wegen der frühen Blüte etwas geschützt sein.

Obstgehölze wie Apfel (Malus), Kirsche und Pflaume (Prunus) oder Birne (Pyrus) gehören alle zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und bieten dem Kunden im Frühjahr mit ihren weißen bis leuchtend rosafarbenen Blüten-“wolken“ eine malerische Pracht. Mit teils auch gefüllten Blüten und den klaren Blütenfarben zeigt sich ein deutlicher Kontrast zu den grau bis graubraun und braunen Zweigen, die oftmals langrissige Schuppenborke ausbilden. Je nach Art und Sorte fallen die Blüten unterschiedlich aus.  Der Apfel blüht meist rosa-rot bis weiß. Die Kirsche zeigt weiße Blüten an langen Stielen, die Pflaume feine, weiße Blüten. Die Birne blüht ebenfalls weiß. Ob Strauch oder Baum oder als Sonderformen - Obstgehölze bevorzugen sonnige, warme und windgeschützte Standorte und lieben humose, nährstoffreiche Böden mit einer guten Wasserversorgung.

Schneeball (Viburnum) und Flieder (Syringa) sind als Schnittzweige nicht mehr aus dem Bundware-Sortiment wegzudenken. Beide Gehölze verzaubern den Kunden mit wunderbarem Duft und kleinen, zarten Blüten. Die wiederum stehen in üppigen Blütenständen, teils kugelig oder in großen Rispen, und bieten im Werkstück sehr viel Volumen. Die Farbpalette reicht von Weiß, Rosa, Violett, Dunkelblau bis hin zu Blauviolett. Beim Schneeball zeigen einige Arten darüber hinaus eine attraktive Herbstfärbung mit leuchtendroten, weichen Beeren. Laubblätter sollten zu jeder Jahreszeit von den Stielen entfernt werden.

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Einer der vier Horticulture Trends für 2025 (präsentiert vom Blumenbüro Holland) lautet: Unique Utopia. Sträuße werden dazu üppig, farbenfroh und fantasievoll mit ungewöhnlichen Blumenkombinationen gefüllt. Hierzu passen im Frühjahr beispielsweise Papageientulpen in Kombination mit dekorativen Gehölzzweigen. Zu einem Trend wie diesem gehört auch eine Hingucker-Farbpalette, erklären die Trendexperten: „Die Basis ist zwar immer noch recht neutral in Brauntönen gehalten, aber ansonsten geht es ziemlich wild zu. Wir sehen warme, tiefe Farben wie Aubergine, Violett und Rot, die sich mit helleren Tönen wie Gelb, Pink und Türkis abwechseln. Natürlich wird auch Grün seinen Platz haben. Auch die Muster sind übergroß und fantasievoll. Es überrascht nicht, dass luxuriöse Materialien wie farbiges Glas, glasierte Keramik, Voile und Samt neben gedämpften Hölzern, Papier und Pappe eine große Rolle spielen.“

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Tipps für den Kunden:

  • Mit scharfem Messer oder Schere sollten die Enden der Stiele drei bis fünf Zentimeter zurückgeschnitten werden.
  • keine Blätter, Seitentriebe oder Früchte dürfen im Wasser stehen.
  • Gefäße und Vasen müssen sauber sein. Das Wasser sollte regelmäßig erneuert werden.
  • Das Werkstück mit Gehölzzweigen verträgt keine direkte Sonne oder Zugluft.
  • Blüten- und Beerenzweige sind 7 bis 21 Tage lang attraktiv.

Gemüsepflanzen im Blumenfachgeschäft

Naschfrüchte – was lohnt sich zu präsentieren - von Therese Backhaus-Cysyk

Gut schmeckendes Naschgemüse ist für alle Hobbygärtnern wichtig. Der Sommer soll eine reiche Ernte im eigenen Garten bringen. Die Gemüsepflanzen müssen möglichst pflegeleicht aber auch auf Balkon und im Kübel wachsen. Ein Blick ins Sortiment der Züchter lohnt sich, um dem Kunden moderne, möglichst resistente Pflanzen anzubieten.

Tomaten

Egal ob die Tomaten im Kleingewächshaus, an der Hauswand oder im Freien wachsen. Sie sollen bis zur Ernte gesund bleiben. Le Jardin Gourmand – der Genießer Garten von Züchter Graines Voltz – Voltz Horticulture (F-Colmar) – beinhaltet eine große Bandbreite speziell für den Hobbygärtner gezüchteter Tomatensorten, ausgesucht wegen des guten Geschmacks und geprüfter Kraut- und Braunfäule Resistenz. Das bunte Sortiment umfasst mittlerweile 11 resistente und 10 tolerante Sorten von der Kirsch- bis zur Fleischtomate. Zu den ersten resistenten Tomaten in diesem Programm zählen sehr bekannte Sorten wie die Kirschtomate ’Rubylicious F1‘ oder die Salattomate ’Oh Happy Day F1‘, die beide auf der Schweizer Fachmesse ÖGA mit dem Neuheiten Award ausgezeichnet wurden. Neu für 2025 ist die resistente Cocktailtomate ’Black Moon F1‘. Sie ist eine wirklich früh reifende Sorte mit einem intensiven süßlich-fruchtigen Geschmack. Die beliebteste Gartentomate wiegt 80 Gramm und diesen Platz kann jetzt die resistente ’Magic Fire F1‘ besetzten, erklärt Graines Voltz. Leuchtend rote Früchte mit einem richtig tomatigen Geschmack. Für alle Liebhaber großer Früchte kommt jetzt die resistente ‘Burleque F1‘ ins Programm. Eine starke Pflanze, die viele Früchte mit 300 g im Garten hervorbringt.

Die nach Angaben von Nebelung (Everswinkel) perfekte Kirschtomate kommt im Sperli-Programm in diesem Jahr als Cherry-Tomate der Sorte 'Consuelo' auf den Markt. Sie kann von Juli bis Oktober geerntet werden und entwickelt leuchtend rot, knackig und angenehm süße Früchte. Doch die Sorte kann nach Züchterangaben noch viel mehr: Mit bis zu 30 Früchten von 25 bis 30 g pro Rispe ist sie außergewöhnlich ertragreich. Nicht nur als Snack-Tomate sondern auch in Salaten, Saucen und anderen Gerichten kommt ihre Süße zur Geltung. Noch dazu ist die Sorte sehr wüchsig, robust und resistent gegen gängige Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule. Das macht sie ideal für den Anbau im Freiland. Tipp für den Kunden: Die Pflanzen sollten gestützt werden und das Ausbrechen der Seitentriebe fördert das Fruchtwachstum.

Bewährt sind bei Nebelung die veredelten Pflanzen, die sich durch hohe Resistenzen und Toleranzen, höhere Erträge und hervorragenden Geschmack auszeichnen. Im Kiepenkerl-Sortiment sind die veredelten Pflanzen am Etikett zu erkennen. „Das PoS haben wir für dieses Jahr aufgefrischt und erklärt dem Endkunden was genau Veredelt ist. Oft ist dies bei den Käufern nicht ganz nachvollziehbar warum gerade diese Pflanzen etwas mehr kosten“, erklärt Nebelung und weißt auch auf Tomatensorten im Programm, die extra für kleine Flächen gezüchtet wurden. Hier können Blumenfachgeschäfte im Kundengespräch mit einer einfachen Handhabung (kein Ausgeizen/Ausbrechen der Seitentriebe) punkten. Diese Sorten, sowohl im 12 cm-Topf als auch im 19 cm-Topf, sind beispielsweise auch sehr gut als Geschenk geeignet.

Lycopersicon lycopersicum ‘ Verino F1‘ von Blu Blumen (Langenberg) zählt zu den kleinsten Tomaten der Welt. Erst die leuchtend roten Früchte sind reif und schmecken besonders lecker. Bis zum Herbst bildet die Pflanze laufend neue und schmackhafte Früchte. Die Naschtomate fühlt sich im Zimmer, auf dem Tisch oder auf dem Fensterbrett genauso wohl wie an einem sonnigen Platz draußen auf der Terrasse und wächst 30 bis 50 cm hoch. Die Früchte werden zwischendurch geerntet und gleich verspeist. Naschtomaten eignen sich zudem hervorragend für bunte Salate. Kundentipp: Die Naschtomate sollte etwa einmal die Woche mit flüssigen Nährstoffen versorgt werden und ist gleichmäßig feucht zu halten.

Naschgemüse aus dem Blu Blumen-Sortiment lassen sich alle im Blumenfachgeschäft verkaufen. Auch wer nicht so viel Präsentationsfläche zur Verfügung hat. Dabei sei es ratsam, sich etwa auf fünf bis acht Sorten zu beschränken und diese nach Thema zu präsentieren, rät Blu Blumen. „Dazu kann sich auch jedes Fachgeschäft eigene Themen ausdenken und mit ein paar Sorten bestücken.“ Interessanter Tipp: Auf lokale, regionale Themen eingehen wie besondere Veranstaltungen in der Stadt beispielsweise zum Schützenfest die „Anti-Kater-Kräuter“ oder „Lippstädter-Gourmet-Kräuter“, „Gute Laune-Kräuter“ oder ähnliches. Ab diesem Jahr bietet Blu Blumen zudem ein „Rezept der Woche“ an. Fachgeschäft können sich dazu Rezepte ausdrucken, erhalten ein Hinweis-Poster und stellen dazu passende Kräutersorten aus.

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Kräuter: Fruchtige Aromen und Blattschmuck

Kräuter spielen nach wie vor eine wichtige Rolle im Genusspflanzen-Angebot. In der großen Angebotspalette stellt Volmary (Münster) drei neue duftende Sorten mit fruchtigen Aromen in seinem Thymian Summerdreams-Sortiment vor:

  • ‘Summerdreams Orange‘: Ein attraktiver grau-grüner Orangen-Thymian mit starkem Duft. Perfekt für die Bepflanzung mit trockenheitstoleranten Duftteppichen.
  • ‘Summerdreams Rose‘: Duftender Rosen-Thymian mit robusten, leicht behaarten Blättern. Eine aufregende neue Duftkomponente im Summerdreams-Duftteppich.
  • ‘Summerdreams Spicy‘: Besonders scharfer Chili-Thymian, der besondere Würze in den Kräutersommer bringt.

Diese Thymian Serie bietet eine Vielfalt an Sorten, die nicht nur durch ihre Aromen, sondern auch durch ihre Robustheit und Attraktivität für Bestäuber-Insekten überzeugen.

 Buntblattsalbei Mandala: Salbei muss nicht nur grün sein. Die neue Blattschmuck-Salbei Serie Mandala von Volmary bringt Farbe und Duft in den Garten. Ein besonderes Highlight ist der silberblättrige Salbei ‘Mandala Silver‘, der mit seinem intensiven Marzipansalbei-Duft verzaubert. Dieser lässt sich kombinieren mit attraktiven Partnern der Serie wie ‘Mandala Gold‘, ‘Mandala Purpur‘ und ‘Mandala Tricolor‘.

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